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Von Babette Staiger , aktualisiert am 20.06.2012 |
![]() ![]() Auch Mädchen begeistern sich für den Schwertkampf innerhalb des VoViNam. Die Gruppe des Gültlinger Sportvereins trainiert erst seit 30. Mai 2011. Die Kämpfer hoffen sich für die Weltmeisterschaft 2013 in Paris zu qualifizieren. Foto: Staiger Wildberg-Gültlingen - Das VoViNam-Training ist kein ungewöhnlicher Anblick mehr in der Gültlinger Sporthalle: Männer, F rau, Jugendliche, die auf eine Wand zurennen und sich mit einem Doppelkick mit den Füßen wieder abstoßen. Neulinge allerdings bekommen schon allein beim Anblick von so viel Verwegenheit schmerzende Fußknöchel. Es ist Montagabend und die VoViNam-Gruppe des Gültlinger Sportvereins trifft sich zum Training. VoViNam, das klingt wie ein leckeres Reisgericht, ist aber eine beinharte, extrem vielseitige Kampfsportart aus Vietnam. Seit einem Jahr trainieren hier die Begeisterten unter den Fittichen von Holger Hansel und Mircea Daraban. Die ersten Lorbeeren konnten sie sich am vergangenen Wochenende beim deutschen Pokalwettkampf in Frankfurt abholen: Die Silbermedaille in der Gruppenwertung. Was das für eine Leistung gewesen sein muss, ahnt, wer beim Training zusieht: Im Nahkampf braucht man Kopf- und Brustschutz, Boxen und Kicken ist erlaubt. Beim Stockkampf wirbeln die Waffen geradezu wie in asiatischen Filmen um die Handgelenke der Kämpfer, und der Schwertkampf erinnert an eine Mischung aus Karate und Säbelfechten. Gründlicher Leistungstest beim Hausarzt Das alles steht interessierten Freizeitsportlern beim SV Gültlingen offen. "Ob jung oder alt, Mann oder F rau, jeder kann hier einsteigen und nach Maßgabe seiner Kräfte mitmachen", erklärt Daraban. Einzige Voraussetzung: ein gründlicher Leistungstest beim Hausarzt. Ansonsten behalten die Trainer jeden einzelnen Sportler gut im Blick und greifen ein, wenn sich einer überschätzt. "Im Moment trainieren wir mit Zehn- bis Zwölfjährigen, ältere Sportler haben vorher meistens woanders trainiert, erklärt Holger Hansel. Er selbst ist 54 Jahre alt und kommt eigentlich vom Tae-Kwon-Do. Seit 1996 trainiert er VoViNam, seit einem Jahr baut er die Gruppe in Gültlingen auf, zusammen mit Mircea Daraban. Am Anfang lernen die Neulinge Schlag- und Kicktechniken, diese werden dann im Partnertraining zu sogenannten "Song Luyen" verknüpft, eine Art Choreografie des Angriffs und Parierens. Schließlich wird diese Art "Kampf-Tanz" ausgedehnt auf Gruppen. Nebenher beginnt die Gewöhnung an die Waffen. Schlag- und Kicktechniken werden übertragen. "Eigentlich kann man erst so nach drei bis vier Jahren Waffenausbildung mit fremden Gegnern kämpfen", sagt Mircea Daraban. Mit Geduld und Ausdauer kreuzen gerade zwei Jugendliche die Aluminiumschwerter. Da greift Mircea ein und zeigt dem Mädchen, was passiert, wenn sie eine Körperhälfte beim Angriff nicht deckt. Der Gegner könnte ausholen und dem ungeschützten Hals treffen. Ein einigermaßen martialisches Szenario. Aber im geschützten Rahmen eines Kampfsporttrainings kann man sich hier ausprobieren. Und wo sonst hätte man schon einmal Gelegenheit nachzuempfinden, wie die berühmten Kampf-Szenen in asiatischen Kinofilmen eigentlich zustande kommen? VoViNam ist die moderne Abkürzung für VietVoDao, was wörtlich übersetzt heißt: "Der Weg der Kampfkunst des Volkes von Vietnam" . Die Kampfsportgruppe in Gültlingen trainiert jeden Montagabend ab 19 Uhr und jeden Samstagmorgen um 8 Uhr in der Gültlinger Sporthalle für etwa eineinhalb Stunden. Für dieses Jahr hat sich die Gruppe die Teilnahme an den Qualifikationswettkämpfen im Herbst für die Weltmeisterschaft am 26. Juli 2013 in Paris vorgenommen. - Wer die Kampfkunst des VoViNam erlernen will, kann sich an die beiden Trainer Holger Hansel, |